Wirtschaftszeit im Gespräch

Drei Fragen an Miriam Höller

  • 10.09.2025
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  • Redaktion WIRTSCHAFTSZEIT

1. Was motiviert Sie, morgens aufzustehen?

Mein Antrieb ist es, Menschen und Unternehmen zu ermutigen, Herausforderungen als Chancen für persönliches und unternehmerisches Wachstum zu begreifen.
Wir leben in sehr unsicheren Zeiten, in denen viele Menschen nach Halt und Orientierung suchen – nach Inspiration und Mut, gestützt auf echte Lebensgeschichten.
Meinen eigenen Tiefschlägen habe ich einen Sinn gegeben: Ich möchte zeigen, dass es möglich ist, wieder glücklich und erfolgreich zu sein – selbst dann, wenn wir zentrale Bausteine unseres Lebens verlieren.

In meinem Fall waren das die Gesundheit, die einst die Grundlage meines Berufs bildete, meine Selbstständigkeit, mein Lebenspartner, finanzielle Sicherheit und das selbst gebaute Haus.
Und doch: Selbst wenn wir scheinbar alles verlieren, können wir lernen, die Schönheit in der Zerstörung zu erkennen – und daraus neue Kraft zu schöpfen.

2. Was würden Sie sich von Ihrer Umgebung wünschen?

Ich wünsche mir, dass Menschen mehr mutige Entscheidungen treffen.
In Krisenzeiten warten wir oft auf einen Helden, der uns rettet. Wir hoffen, dass sich bald alles zum Besseren wendet – doch echte, positive Veränderung beginnt immer bei uns selbst.
Vieles können wir nicht beeinflussen, aber unsere Sicht auf Herausforderungen sowie unsere Denk- und Verhaltensweisen sehr wohl.

Deshalb wünsche ich mir, dass jeder Einzelne sein Bestes tut, um eine positive Veränderung anzustoßen – im eigenen kleinen Umfeld und darüber hinaus in der Gesellschaft.

3. Wir nehmen an Sie schreiben ein Buch über sich! Wie würde der Titel Ihrer Biografie lauten?

Im Januar 2025 wurde mein erstes Buch veröffentlicht – mit dem Titel: „Das Leben ist ungerecht. Und das ist gut so.“ Diesen Titel habe ich ganz bewusst gewählt, denn er spricht all jene Menschen an, die sich vom Leben ungerecht behandelt fühlen.

Doch niemand hat uns versprochen, dass das Leben leicht wird. Es wird nicht aufhören, uns herauszufordern. Umso wichtiger ist es, zu lernen, mit diesen Herausforderungen stärkend umzugehen, Frieden mit der eigenen Vergangenheit zu schließen und das gewonnene Wissen weiterzugeben.

Denn Leben bedeutet für mich vor allem eines: ständige Veränderung – und damit auch persönliches Wachstum.

Über Miriam Höller
Miriam Höller, ehemalige Stuntfrau und eine vielfach ausgezeichnete Keynote-Speakerin, inspiriert mit ihrer außergewöhnlichen Lebensgeschichte und ihrer beeindruckenden Resilienz.

Bekannt wurde Miriam Höller durch ihre Teilnahme an „Germany’s Next Topmodel“ und ihre Moderation bei „GRIP – Das Motormagazin“. Über ein Jahrzehnt lebte sie ihren Traum als professionelle Stuntfrau und beeindruckte mit ästhetischen Stunt-Performances.

2016 änderte ein schwerer Unfall ihr Leben: Nach einer Verletzung, die ihre Karriere als Stuntfrau beendete, verlor sie sechs Wochen später ihren Partner, den Kunstflug-Weltmeister Hannes Arch, bei einem Helikopterabsturz. Trotz dieser Tiefschläge kämpfte sie sich aus dem Rollstuhl zurück und etablierte sich als gefragte Rednerin und Mutmacherin.


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